Vietnam ein unterschätzter Reisetipp – (Ho Chi Minh, Hanoi und Sa Pa)

Was ist eigentlich dein erster Gedanke, wenn du an Vietnam denkst? Sind es tolle Menschen, leckeres Essen und atemberaubende Landschaften? Nein? Dann wird dieser Beitrag dich danach sofort einen Flug nach Vietnam buchen lassen! Wenn du bereits Vietnam verfallen bist? – Lies ihn trotzdem!

Vom Dezember 2014 bis zum Januar 2015 waren wir 4 Wochen quer im Land unterwegs. Wir sind damals von Frankfurt nach Ho Chi Minh City geflogen (zurück ebenfalls). Nachdem wir 2-3 Tage Saigon (der frühere Name von Ho Chi Minh) erkundet haben sind wir nach Hanoi geflogen, um unsere Reise von Norden nach Süden zu starten.

Ho Chi Minh die fleißige Stadt

Vietnam Reiseroute

Angekommen in Ho Chi Minh ging es gleich in den turbulenten Verkehr. Auf vielen anderen Blogs wurde der Straßenverkehr in Vietnam als super laut und chaotisch bezeichnet. Dazu muss ich sagen, dass es für uns Europäer natürlich immer eine Umstellung ist, allerdings ist es nicht chaotischer als in anderen asiatischen Großstädten. Mein “schlimmstes” Highlight ist und bleibt Jakarta – never ever 😉 In Ho Chi Minh ist der Vietnamkrieg allgegenwärtig, was auch wenig verwunderlich ist. Wer sich etwas mit der Geschichte dieses Landes befasst, ist nicht überrascht.

Das Kriegsopfermuseum / American War Museum (in Vietnam redet man nicht vom Vietnamkrieg, sondern vom American War) ist ein sehr guter Ort, um diesen Teil der Geschichte des Landes kennen zu lernen. Man sollte sich genügend Zeit lassen, um die unzähligen Fotografien auf sich wirken zu lassen.

Von der Tour zu Cu Chi Tunneln waren wir eher enttäuscht. Zwar ist es sehr beeindruckend zu sehen unter welchen Lebensbedingungen die Cu Chi Kämpfer damals leben und kämpfen mussten. Die gesamte Tour war jedoch sehr touristisch, zufälligerweise lag ein Porzellan Laden auf der Strecke. Hier konnten überteuer Mitbringsel erworben werden, welche von den Opfern in der zweiten/dritten Generation des Vietnamkriegs erstellt wurden. Da wir generell keine touristischen Touren mögen, sind wir so etwas eher abgeneigt. Es gibt jedoch keine
wirkliche Möglichkeit mit öffentlichen Transportmitteln hinzukommen.

Ho Chi Minh bietet viele Möglichkeiten lecker zu essen oder gemütlich einen Cafe zu trinken. Es ist überhaupt kein Problem alles zu Fuß zu erkunden.

Hanoi rein ins Chaos

Hanoi Staßenverkehr

Mit dem Flugzeug ging es weiter von Saigon nach Hanoi und mitten rein ins Getummel. Was mir von Hanoi immer im Gedächnis bleiben wird sind die engen Straßen mit gefühlten eine Million Motorroller. Am Straßenrand wird währendessen lecker Essen verkauft (es ist wirklich immer sehr lecker gewesen – dazu aber später mehr unter dem Punkt Essen). Die Top Dinge in Hanoi sind das Ho Chi Minh Mausoleum Komplex, der Temple of Literature und mein persönlicher Favourit der Hoam Kiem Lake. Besonders am Abend habe ich es genossen am Hoam Kiem Lake spazieren zu gehen. An dem letzten Abend haben wir auch paar Studenten kennen gelernt und sehr interessante Gespräche geführt.

Hanoi Hoam Kiem Lake

Und wieder mal habe ich für mich beschlossen, dass Rucksackreisen für mich die beste des Reisens ist. Ich hätte wahrscheinlich mich nie stundenlang an den See gesetzt und auf mein Zug gewartet, wenn ich eine komplett durch geplante Reise gehabt hätte.

Hanoi ist auch eine Stadt der absoluten Gegensätze. Ist es im Old Quarter super hektisch, laut und dreckig sind die Regierungsbezirke super laut und weitläufig. Aber seht selbst in der Fotogallerie.
Während man in Ho Chi Minh bereits einen westlichen Einfluss spürt, ist in Hanoi alles noch ein wenig ursprünglicher. Man bemerkt hier auch viel mehr die damalige französche Besatzung, so gibt es als typische Landesspezialität Baguette mit Ei 😉 Ich kann einem auch sehr National War Museum empfehlen, hier geht es nicht um den Vietnamkrieg, sondern um die Kriege und Gefangenschaften von den Franzosen und Chinesen.

Sa Pa die vermeintlich ursprünglichen ethischen Minderheiten

Mit einem Nachtzug ging es von Hanoi nach Lao Chai. Diese Zugfahrt fahr eine der teuersten Posten während unsere Reise. Ich weiß nicht, ob der Zug wirklich so teuer war oder ob die Buchung über unser Hotel die Zugpreise so verteuert hat. Man muss jedoch sagen, dass die Nacht im Nachtzug durchaus angenehmer war, als ich zunächst erwartet hätte. Wir konnten nette Bekanntschaften machen mit einem Pärchen aus Litauen was nach Australien ausgewandert ist (Neid ;)). Angekommen in Lao Chai, welches eine Grenzstadt zu China ist sind die meisten unsere Reisegefährten in Ihrer gebuchten Busse gestiegen. Ich würde schätzen, dass 90% der Reisenen eine Pauschaltour buchen. In Hanoi sieht man überall (!) Werbung für die klassischen Reisegebiete in Vietnam. Wer will kann dies natürlich sehr gerne so buchen, für mich ist es allerdings nichts. Man muss auch gar nicht über diese ganzen Reiseagenturen alles organisieren. Es fährt jede Stunde ein Bus von Lao Chai nach Sa Pa hoch für sehr wenig Geld. (Die Preise stehen auch angeschrieben – falls jemand euch abzocken will). Der Bus fährt püntklich auf die Minute, also lieber etwas früher hingehen. Die Fahrt dauert ca. 1 Stunde.

Sa Pa Reislandschaft

Verschiedene Reiseveranstalter bieten auch Bustrips von Hanoi nach Sa Pa an, allerdings wollt ihr wirklich nicht mit einem großem Reisebus die kleinen Straßen nach Sa Pa hoch! Ich bin zwar ohnehin kein großer Busfan und vermeide es so gut wie ich kann, aber schaut euch lieber den Bus und den Busfahrer ganz genau an. Es gab schon viele Unfälle von solchen Reisebussen gerade auf engen Straßen.

Angekommen in Sa Pa war es erstmal arschkalt! Wir waren im Dezember 2014 dort und zu dieser Zeit ist es im Norden von Vietnam kalt (oder kälter als sonst;)). Unsere erste Unterkunft wurde vom Lonley Planet Reiseführer als die Unterkunft überhaupt angepriesen – sie war absololut grauenhaft! Ich bin so froh, dass wir grundsätzlich immer nur für eine Nacht unsere Unterkunft buchen. Statt dessen sind wir in die größere Hotels gegangen und haben dort sehr gut gehandelt. Es lohnt sich immer einen Blick auf booking.com zu werfen, um einen Überblick über die Preise zu bekommen.
Eine typische „Attraktion“ in Sa Pa ist es eine Wanderung und Übernachtung bei den ethischen Minderheiten. Es gibt davon sehr viele in Sa Pa und sie versuchen dir ständig eine Reise zu verkaufen oder andere Kleinigkeiten. Ehrlich gesagt ging mir das ziemlich auf die Nerven! Ich bin ein großer Fan in die Kultur des Landes einzutauschen, aber mal ehrlich wie ursprünglich ist solch eine Übernachtung, wenn alle Häuschen Wifi besitzen? Für mich das ist nur noch eine touristische Attraktion und hat mich ziemlich enttäuscht.
Wir haben stattdessen ein paar Wanderungen gemacht und so versucht mit den Leuten in Kontakt zu treten. Alle unsere Wanderungen waren total einfach und haben keinen Guide benötigt.

Sa Pa spielende Kinder

Und wieder einmal habe ich mir geschworen keine Reisetouren zu buchen für Unternehmungen, die ich locker alleine schaffe. Wir wollten unbedingt zu einem örtlichen Wasserfall, aber ohne eine ganze Tagestour zu buchen. Es waren insgesamt 11 Kilometer Wegstrecke und wir waren zu geizig fürs Taxi. Also was haben wir gemacht, wir sind einfach los gelaufen! Zugegeben ich laufe einfach total gerne und 11 Kilometer ist durchaus eine Strecke, welche man schafft. Wir sind dabei durch kleine Ortschaften gelaufen und haben Menschen beobachtet 😉 Für den Rückweg hatten wir eigentlich geplant ein Taxi anzuhalten, allerdings war das Glück nicht auf unsere Seite und es einfach keins da :-( Also haben wir uns wieder auf den Weg zurück gemacht (zu Fuß). Nach ca. 5 Minuten hielt ein LKW an mit zwei Männer (sie könnten Lehrling und Meister gewesen sein). Sie konnten kein Wort Englisch (und wir kein vietnamesisch) und fragten nur Sa Pa? Wir nickten nur ganz wild und kletterten in den LKW rein. Wir hatten überhaupt keine Angst, weil die beiden zwar neugierig schauten und kicherten aber uns überhaupt keinen Grund gaben beunruhigt zu sein. In Sa Pa angekommen wollte ich Ihnen etwas Geld geben als Dankeschön, doch dieses lehnten sie vehement ab! Statt dessen wollten sie uns sogar noch weiter mitnehmen, aber wir wollten ja nur wieder zurück in die Stadt.
Ich denke mit einem durchorganisieren Reise hätte ich diese beiden lieben Menschen nie kennen gelernt!

Neugierig auf weitere Bilder von Ho Chi Ming, Hanoi und Sa Pa? Dann werfe einen Blick in meine Bildergalerie.

  • Sa Pa
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    Sa Pa Einkaufsmöglichkeit
  • Ho Chi Minh Mausoleum
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    Sa Pa im Nebel
  • Wasserpuppen Theater
  • Sa Pa spielende Kinder

 

Nächste Woche geht es dann weiter nach Cat Ba, Ninh Binh und Dong Hoi.

Übrigens eine sehr gute Auflistung mit Reisetipps für Vietnam findet ihr bei Checkfelix

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